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Ras Michael – eine lebende Legende



Matthias. Ras Michael wurde 1943 als George Michael Henry in Kingston, Jamaica geboren. Ras Michael wuchs in einer Rastafari-Community in St.Mary auf, wo er das Trommeln lernte, mit dem Ziel, eines Tages ein professioneller Trommler zu werden. In den frühen 60er Jahren formierte er die Sons of Negus, eine Rastafarigruppe, die aus Trommlern und Sängern bestand. Mitte der 60er Jahre gründete er sein eigenes Zion Disc Label und begann eine Reihe von Singles zu veröffentlichen, darunter „Lion of Judah“, „Ethiopian National Anthem“ und „Salvation“. Diese Aufnahmen, bei denen die Gruppe gewöhnlich durch Gitarre und Bass verstärkt wurde, zeigen einen bemerkenswerten Grad der Innovation und Feinheit. Um 1966 herum nahm er als Percussionist bei Studio One auf, im Gegenzug für die Studiozeit spielte er mit Jackie Mittoo and the Soul Vendors. In den frühen 70ern nahm er Dadawah Peace And Love auf, auf der die Gruppe durch Studiomusiker ergänzt wurde, einer Mischung aus Rastafari Chant, Reggae, Southern Soul und Psychedelischem, das noch mehr durch seine ideenreichen Arrangements verstärkt wurde. Nyahbinghi war eine Ansammlung von Gesängen und Hymnen im Stile seiner Zion Disc Singles. 1975 nahm er Rastafari auf, auf dem die Gruppe durch mehrere sehr bekannte Reggaemusiker ergänzt wurden. Die dichten Arrangements und exzellenten Songs des Albums brachten ihn in den Reggae Mainstream, aber dieser Schwung ging wieder verloren mit Tribute To The Emperor“ mit Jazzboe Abubaka von 1976 und Freedom Sounds. Er ergänzte seine Gruppe wieder für Kibir Am Lak (Glory To God) von 1978 und Movements, von denen beide sehr starke Alben sind. 1979 wurde Rastafari In Dub veröffentlicht, das eine hervorragende Auswahl an Material von Rastafari und Kibir Am Lak enthält.Weitere Veröffentlichungen beinhalteten Promised Land Sounds Live (1980), Disarmament und Revelation (1982). Ein weiteres Album der Spitzenklasse war Love Thy Neighbour, dessen ideenreiche Produktion die Arbeit von Lee Perry ist. Während der späten 80er verbrachte Ras Michael sehr viel Zeit damit, das Trommeln zu lehren. Er nahm erneut ein Album Zion Train (1988) auf, ein angeblich mittelmässiges Album, das ohne die Sons Of Negus gemacht wurde, gefolgt von Know Now (1990), eine angeblich enttäuschende Ansammlung, die den Versuch unternimmt World Music Elemente in sich zu vereinigen. 1991 kam Rally Round heraus eine Zusammenstellung sehr nicer Klassiker von Ras Michael. Danach wurde es ruhiger um Ras Michael, bis auf seinen fulminanten Auftritt 1994 beim legendären Jura Hills Festival, der mir immer im Gedächtnis haften bleiben wird. Ein weiteres Album mit dem Titel Lion Country folgte 1998 wieder auch mit sehr schönen Stücken drauf. Ein Versuch mehr in Richtung Gospel und Traditional wurde 1999 erfolgreich unternommen mit Spiritual Roots. Auf dem wieder aufgeflammten Zion Disc Label kommt 2000 A Weh Dem A Go Do Wid It heraus, bösen Zungen zufolge sein schlechtestes Album bisher. Nichtsdestotrotz gibt es mit Live Ina Babylon 2003 einen Live Mitschnitt eines Kon­zertes in der Schweiz aus dem Jahre 1998. Aus der Reihe 2b1 Multimedia Inc. erscheint 2003 noch mal ein Live Mitschnitt von der Maritime Hall San Francisco mit dem Titel Merry Peasant. Ein absoluter Meilenstein in der Geschichte von Ras Michael ist dieses Jahr mit Try Love erschienen, zwar geht es diesmal mehr in Richtung Roots Reggae, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch.


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