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Interview: Shocking Murray, April 2006

michael. Im Sommer 2006 wird Shocking Murray, ein Jamaikaner, der zwischen Deutschland und seiner Heimat pendelt, sein Album «Rise To The Top» veröffentlichen. Als Vorgeschmack hat er nun die 12-Inch «Wot time is it» rausgebracht.
Ihr kennt Shocking Murray nicht? Dieses Interview wird das Problem lösen...
Bitte stelle dich den Lesern kurz vor!
Ich stamme aus Portland, Jamaika und singe schon seit ich sieben Jahre alt war. Durch die Musik um mich herum inspiriert fand ich meine eigenen Worte, die ich zusammengefügt als Songs den Freunden oder Familienangehörigen präsentierte. Im Alter von 9 Jahren begann ich dann für Soundsystems zu singen, so hatte ich meine ersten Autritte bei «Libratone Sound», einem Soundsystem aus der Umgebung in Portland. Weil ich noch klein war, brachten sie jeweils Kisten auf die Bühne, damit ich draufstehen und übers Mischpult schauen konnte.
Also bist du von klein an dabei gewesen... Wie ging es dann weiter?
In den 80er Jahren begann ich dann als Dancehall-Sänger Bekannheit zu erlangen in Jamaika. Anfangs 90er Jahre konnte ich meine erste Aufnahme im «Black Scorpio» Studio machen. Der Song hiess «Drum» auf dem «Bababoom» Riddim, von Jah Posteles produziert. 1991 folgten dann zwei weitere Singles, «Big Chest» und «Gunman Lyrics». 1992 machte ich die Kombination mit Samanta Rose (USA) «Earth so deep», aufgenommen im Penthouse-Studio. Dabei handelt es sich um eine Abwechslung zwischen Gesang und DJ-Style. 1992/93 traf ich Michael Rose der mich Chris und Squidly vorstellte und so entstanden zwei Songs von uns im Bus Out-Studio: «Position» und «Heaven Holiday». Aus der Zusammenarbeit mit Chris und Squidly resultierte sogar ein ganzes Album, doch bisher wurde es noch nicht veröffentlicht. Im Jahr 1995 wurde «Woman a you me want», eine Kombination mit Antonio, zu einem Nr.1-Tune in Jamaika. Die Radiostationen spielten vor- und rückwärts. 1995/1996 entstand dann die Connection zu Sunvibes (eine Crew von Jamaikaner, die in Deutschland wohnen). Es folgte eine Tour durch Europa mit Singing Morris und Shocking Murray mit Halt in Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland, England. Zudem wurde ich hierzulande noch als MC verschiedenster Sounds bekannt, vor allem als MC von Top Frankin Sound aus Deutschland. Seither pendle ich zwischen Deutschland und Jamaika.
Umschreibe uns deine Musik und Lyrics!
Nun, ich benutze gerne Roots Riddims, aber auch Ragga Beats, um darüber meine Lyrics zu präsentieren. Diese versuche ich positiv zu gestalten. Ich singe politische Songs, solche für die Armen, die Ghetto Youths, über Oneness, gegen Krieg und so weiter. Wie gesagt achte ich auf «Positivity», singe natürlich auch Songs für die Girls ode Party-Tunes.
Als «Pendler» zwischen Jamaika und Deutschland fallen dir sicher einige Unterschiede auf. Wie sieht das musikalisch aus? Gibt es da überhaupt noch Differenzen?
Als ich das erste Mal nach Deutschland kam waren die Unterschiede noch sehr gross. Damals konnte ich einen Song hören und wusste genau, ob er in Jamaika oder Deutschland produziert wurde. Heute ist dies anders, man hört nur kleine oder meistens gar keine Unterschiede mehr. In den vergangenen Jahren hat ein Austausch zwischen den Deutschen und den Jamaikanern hier stattgefunden und viele Leute begannen sich intensiver mit der Musik zu befassen.s
Erkläre doch mal wieso du dich Shocking Murray nennst, was ist so schockieren an dir?
Bevor ich eine gewisse Popularität erreicht hatte, konnte ich durch die Strassen gehen und die Leute kannten mich nicht. Sie wussten nicht, was sie denken sollten... Gleichzeitig hörten sie meine Stimme am Radio und liebten meine Songs. Als diese Leute mich dann auf der Bühne erlebten und erkannten, dass ich derselbe bin, den sie auf der Strasse gesehen und im Radio gehört hatten, waren sie «schockiert» und überrascht. So ist das...
Welches sind deine nächsten Schritte?
Ich möchte gerne wieder mit einer Band auf Tour gehen, so wie in der Zeit als ich nach Deutschland kam. Die Arbeit als MC werde ich vermutlich bald an den Nagel hängen, ich muss wieder «back on the road». Mein Album wird demnächst fertig sein und auf den Markt kommen. Zu hören sind 50% Dancehall und 50% Roots Songs. Es haben Namen wie House Of Riddim, Kingstone, Pow Pow oder Too Strong mitgewirkt. Der Name des Albums lautet «Rise To The Top» und es wird diesen Sommer auf den Markt kommen. Zudem ist momentan ein 12-Inch-Release namens «Wot time is it» erhältlich und auf der nächsten House Of Riddim Produktion bin ich auch mit dabei.
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